Aktuelles – Frühstartrente: Geplante Reform soll langfristige Altersvorsorge für Kinder stärken
News – 12. Dezember 2025

Frühstartrente: Geplante Reform soll langfristige Altersvorsorge für Kinder stärken

Mit der geplanten Einführung der sogenannten Frühstartrente verfolgt die Bundesregierung das Ziel, frühzeitig Anreize für die Altersvorsorge zu setzen und damit zugleich…

Mit der geplanten Einführung der sogenannten Frühstartrente verfolgt die Bundesregierung das Ziel, frühzeitig Anreize für die Altersvorsorge zu setzen und damit zugleich das Rentensystem langfristig zu entlasten. Auch wenn erste politische Ankündigungen bereits erfolgt sind, fehlt bislang sowohl ein Referenten, als auch ein Gesetzesentwurf. Ob der ursprünglich avisierte Start Anfang 2026 realistisch ist, bleibt daher offen.

Früher Start – staatlich gefördertes Wertpapierdepot ab sechs Jahren

Kern des Vorhabens ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot, das Kindern ab dem sechsten Lebensjahr automatisch und ohne Antrag eröffnet werden soll. Zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr plant der Staat monatlich 10 Euro in dieses Depot einzuzahlen.

Ab dem 18. Lebensjahr soll das dann volljährige Kind selbst einzahlen können, derzeit ist von monatlich 50 bis 100 Euro die Rede. Parallel dazu existieren alternative Konzepte aus der Versicherungswirtschaft, die jedoch noch nicht konkretisiert wurden.

Die Frühstartrente soll zudem in eine umfassendere Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge eingebettet werden. Wie diese Verzahnung genau aussehen wird, ist bislang noch nicht bekannt.

Mögliche Renditen: Beispielrechnungen zeigen Potenzial

Beispielrechnungen verdeutlichen, welches mögliche Vermögen bis zum Renteneintritt aufgebaut werden könnte. Grundlage ist dabei eine angenommene durchschnittliche Rendite von 6 % pro Jahr.

Beispiel 1: Nur staatliche Förderung
Bei ausschließlicher Einzahlung des staatlichen Förderbetrags von insgesamt 1.440 Euro ergibt sich über 49 Jahre Spar- und Anlagezeit ein Endvermögen von rund 36.000 Euro. Daraus ließe sich über 20 Jahre eine monatliche Rente von etwa 216 Euro finanzieren.

Beispiel 2: Staatliche Förderung plus eigene Einzahlungen
Zahlt das Kind ab dem 18. Lebensjahr zusätzlich monatlich 100 Euro ein, steigt die Gesamteinzahlung auf 60.240 Euro. Durch den langfristigen Zinseszinseffekt könnte ein Kapital von etwa 374.000 Euro entstehen, genug für eine Monatsrente von rund 2.200 Euro über 20 Jahre (berechnet mit einer 4-%-Rendite in der Auszahlphase).

Bindungsfristen und offene Fragen

Der Vertrag soll vor dem 67. Lebensjahr nicht kündbar sein. Die angesparten Mittel dürfen ausschließlich zur Altersvorsorge genutzt werden. Sollte das Renteneintrittsalter künftig steigen, würde sich die Laufzeit entsprechend verlängern und somit das Endvermögen weiter erhöhen.

Noch offen sind mehrere rechtliche Details. So gibt es bislang keine Aussagen zur steuerlichen Behandlung der Erträge in der Auszahlphase. Auch erbrechtliche Fragen, etwa was passiert, wenn der Berechtigte vor oder während des Rentenbezugs verstirbt, sind derzeit ungeklärt.

Ausblick

Die Frühstartrente könnte ein bedeutender Baustein für die zukünftige Altersvorsorge junger Generationen werden und gleichzeitig das Rentensystem entlasten. Ob und wann die Reform umgesetzt wird, hängt jedoch maßgeblich davon ab, wann erste Gesetzesentwürfe vorliegen und wie die Detailregelungen ausgestaltet werden.

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